Manfred Weinland

Nach dem Roman ist vor dem Roman

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Im Kopf eines Kreativen gibt die Phantasie nie ganz Ruhe. An den unmöglichsten Orten und zu den unmöglichsten Zeiten spielt sie sich in den Vordergrund, und ehe man sich versieht, kommt einem eine Idee – selten oder nie auf Anhieb handlungstragend, aber doch oft ein erster Stein, auf den sich aufbauen lässt.Manchmal trauere ich den Zeiten, als ich den Abschluss einer Geschichte noch „feierte“, doch etwas nach. Selbst unter großem Stress und Aufwand vollendete Werke hinterlassen im Alltag zunehmend ein Gefühl von Leere oder Orientierungslosigkeit, aus dem man sich wieder herausarbeiten muss. Am besten geht das, indem man sich dem nächsten Projekt oder Auftrag zuwendet. Was der Fähigkeit, das, was man gerade vollendet hat, zu genießen, auch nicht wirklich entgegen kommt. Ein Bestseller-Autor mag das anders erleben, anders empfinden, aber womöglich mache ich mir da Illusionen, die von der Realität nicht getragen werden. Der Gedanke: Der hat ja ein ganzes Jahr oder länger Zeit, das nächste Werk nachzuschieben, dürfte angesichts der Termin-Flut (Lesungen, Verlagsgespräche, etc.) der Wahrheit nicht sehr nahekommen. Ich denke eher: Kleiner Autor, kleine Sorgen – großer Autor… Der Druck, nach Erfolgen Adäquates nachzuliefern, mit denen auch der kritischste Fan zufriedengestellt wird, ist ungleich höher, wird aber natürlich mit dem vergoldet, wonach Autoren in den allermeisten Fällen eben schon streben: Ruhm, Geld… oder schlicht: gelesen zu werden. Und zwar von so vielen, dass auch immer wieder Feedback kommt. Je größer die Leserschaft, desto mehr Reaktionen, Rezensionen – all das, wonach ein Schriftsteller dürstet, verläuft die eigentliche Schreibarbeit doch überwiegend im stillen Kämmerlein und weitestgehend abgeschottet von der Außenwelt.

© Shutterstock/Bastei Verlag, Köln

Aktuell liegt gerade ein 14-tägiger Wohnmobil-Urlaub hinter mir (ein kurzer Bericht findet sich dazu unter der Blog-Rubrik „Reisen“), und ich merke, dass mir das Zurückfinden in die Arbeitsroutine doch schwerer fällt als gehofft. Dabei habe ich mir unterwegs öfter mal gewünscht, ein paar Stunden am Stück schreiben zu können, um Ideen, die mich umtrieben, möglichst frisch umzusetzen. Wieder zu Hause lasse ich mich nun jedoch allzu gerne von Dingen ablenken, die zwar auch getan werden müssen, aber auch gut in meine weniger produktiven Nachmittags- oder Abendstunden geschoben werden könnten.Selbstdisziplin ist das Schlüsselwort. Ich arbeite daran. Und aktuell an Zamorra 1152 „Das Dorf der Verdammten“, in dem der gute Prof ein gemeinsames Abenteuer mit dem netten Herrn Onyx alias Emeric Rifaud von der Pariser Section Spéciale zu bewältigen hat. Ich sage nur: Kille-kille-Killer. Und davon massenhaft! Natürlich geht es gewohnt übersinnlich zur Sache, sonst wär’s ja kein „Meister-desselbigen-Roman“. ;-)

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